Bundeshaushalt sieht Milliarden für Infrastruktur vor
Der Entwurf des Bundeshaushalts 2027 und der Finanzplan bis 2030 sehen für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität umfangreiche Ausgaben vor. Geplant sind unter anderem 17,7 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur, 1,4 Milliarden Euro für Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur sowie 600 Millionen Euro für den Wohnungsbau.
Zusätzlich sind jährlich 8,3 Milliarden Euro als Zuweisungen an Länder und Kommunen vorgesehen. Damit entsteht ein bundespolitischer Finanzierungsrahmen für kommunal relevante Aufgaben wie Verkehr, Schulen, Betreuung, Digitalisierung und Wohnungsbau.
Der Regierungsentwurf ist noch keine endgültige Bewilligung und enthält keine konkrete Förderzusage für Velten oder den Landkreis Oberhavel. Welche Mittel tatsächlich abgerufen werden können, hängt von den späteren Haushaltsbeschlüssen und den jeweiligen Förderprogrammen ab.
Oberhavel plant Nahverkehr mit begrenzten Mitteln
Für den Nahverkehr ab 2027 kalkuliert der Landkreis Oberhavel mit jährlichen Ausgaben von 15,7 Millionen Euro. Davon sollen fünf Millionen Euro vom Land Brandenburg getragen werden. Gleichzeitig soll der Zuschuss für die Oberhavel Verkehrsgesellschaft begrenzt werden. Als Gründe nennt der Landkreis unter anderem gestiegene Personal- und Kraftstoffkosten.
Auf weniger nachgefragten Linien ist vorgesehen, den regulären Busverkehr insbesondere in den Abendstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen teilweise durch das Rufbusangebot MOHVER zu ersetzen. Der Schülerverkehr im Norden des Landkreises ist von dieser Planung nach den vorliegenden Angaben nicht betroffen.
Linie 824 als wichtige Verbindung für Velten
Für Velten ist die Verbindung zwischen Oranienburg, Velten und Hennigsdorf besonders bedeutsam. Die Linie 824 beförderte nach Angaben des Landkreises im Jahr 2024 nahezu 1,6 Millionen Fahrgäste und zählt damit zu den nachfragestärksten Buslinien im Kreis.
Der Landkreis führt die Linie als Beispiel für wichtige Verbindungen zu Pendlerzielen und Arbeitsstandorten an. Die vorliegenden Planungen enthalten keinen Hinweis auf eine unmittelbar vorgesehene Kürzung dieser Strecke. Die finanzielle Lage erhöht jedoch den Entscheidungsdruck bei schwächer ausgelasteten Angeboten und bei Verbindungen in Randzeiten.
Beteiligung zum Nahverkehrsplan läuft
Der Entwurf des Nahverkehrsplans für die Jahre 2027 bis 2031 kann vom 17. August bis zum 13. September 2026 im Rahmen einer öffentlichen Beteiligung kommentiert werden. Zu den genannten Zielen gehören bessere Verbindungen für Pendler und Arbeitsstandorte sowie eine stärkere Unterstützung durch Bund und Land.
Für die weitere Diskussion in Velten sind damit sowohl die Sicherung zentraler Busachsen als auch die Ausgestaltung flexibler Angebote in nachfrageschwachen Zeiten relevant. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, wie Rufbusse erreichbar und buchbar sein sollen, wenn Nutzerinnen und Nutzer nicht auf eine App zurückgreifen können.