Pflegeneuordnung des Bundes · Wettbewerb für nachwachsende Rohstoffe · EU-Förderung für nachhaltige Quartiere
Das Bundeskabinett hat den Entwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem eine Pflegebegleitung vor Ort, neue ambulante Budgets und ein digitales Informationsangebot. Für Velten und Oberhavel könnten sich daraus vor allem bei der Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen neue Rahmenbedingungen ergeben. Daneben gibt es aktuelle Förder- und Infrastrukturangebote für Brandenburg und den Landkreis Oberhavel.Soziales Bund plant neue Instrumente in der Pflege
Am 30. September 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Damit beginnt das parlamentarische Verfahren; die vorgesehenen Regelungen sind noch nicht geltendes Recht. Eine Pflegestrukturkommission soll bis Ende Januar 2027 weitere Vorschläge für eine langfristige Reform vorlegen.
Der Entwurf sieht unter anderem einen Anspruch auf fachliche Pflegebegleitung vor Ort vor. Außerdem sollen neue Budgets die ambulante Pflege erweitern. Ein digitales Pflege-Cockpit soll Informationen zu Leistungen und Ansprüchen bündeln. Ergänzend sind ein Sozialraumbudget für niedrigschwellige Hilfen sowie ein Überbrückungsbudget vorgesehen, wenn eine Pflegeperson kurzfristig ausfällt.
Stärker berücksichtigt werden sollen zudem Prävention, Früherkennung und Rehabilitation. Der allgemeine Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung soll bei 3,6 Prozent stabilisiert werden. Zugleich weist die Bundesregierung darauf hin, dass bestimmte Änderungen – etwa bei der Beitragsbemessungsgrenze und der Mitversicherung – für einzelne Versicherte zu höheren Belastungen führen können. Die finanziellen Folgen hängen vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab.
Für Velten und den Landkreis Oberhavel ist der Gesetzentwurf insbesondere mit Blick auf ältere Menschen, pflegebedürftige Personen und pflegende Angehörige relevant. Eine stärkere Unterstützung im sozialen Umfeld könnte dabei auch die Bedeutung von Beratungsstellen, ambulanten Diensten und ehrenamtlichen Angeboten erhöhen. Die Bundesregierung verbindet ihre Reformpläne außerdem mit der Erwartung, dass die Länder durch Investitionen zur Begrenzung von Eigenanteilen beitragen.
Im weiteren Verfahren wird entscheidend sein, wie die geplante Pflegebegleitung organisiert und finanziert wird. Ebenso wichtig sind die konkreten Leistungsansprüche, die Auswirkungen auf Eigenanteile und die Frage, wie leicht Bürgerinnen und Bürger das digitale Pflege-Cockpit nutzen können.
Umwelt Brandenburg sucht Ideen für Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft
Das vom Land Brandenburg geförderte Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe Brandenburg hat erstmals den Wettbewerb „NAWARO Brandenburg“ ausgeschrieben. Gesucht werden Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Verfahren, die nachwachsende Rohstoffe oder biogene Reststoffe einsetzen, fossile Ressourcen ersetzen oder regionale Kreisläufe stärken.
Bewerben können sich unter anderem Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen, Vereine und Einzelpersonen mit Sitz beziehungsweise Wohnort in Brandenburg. Der Wettbewerb unterscheidet die Kategorien „Junge Ideen“ und „Starke Lösungen“. In beiden Kategorien werden jeweils drei Preise vergeben; insgesamt stehen 5.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Hinzu kommen öffentliche Auszeichnungen, Möglichkeiten zur Vernetzung und fachliche Unterstützung.
Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2026. Damit richtet sich der Wettbewerb auch an innovative Initiativen und Betriebe in Velten und Oberhavel, sofern ihre Projekte einen Bezug zu nachwachsenden Rohstoffen, Ressourcenschonung oder regionaler Wertschöpfung haben.
Kommunalpolitik EU-Förderaufruf für nachhaltige Quartiere
Für innovative Projekte zur nachhaltigen, inklusiven und attraktiven Entwicklung von Quartieren stehen 2026 im Rahmen der „New European Bauhaus Facility“ rund 101,1 Millionen Euro aus „Horizont Europa“ bereit. Der Förderaufruf umfasst unter anderem soziale Teilhabe, lokale Demokratie, kreislaufgerechtes Bauen sowie neue Finanzierungs- und Geschäftsmodelle für die Quartiersentwicklung.
Adressiert werden Kommunen, öffentliche Einrichtungen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Projektpartner. Die Vorhaben sollen in europäischer Zusammenarbeit entwickelt werden. Die Antragsfrist endet am 1. Dezember 2026 um 17 Uhr.
Für Velten kann der Aufruf insbesondere dann interessant sein, wenn sich Stadtentwicklung, Klimaanpassung, Bürgerbeteiligung und soziale Teilhabe in einem innovativen Projekt verbinden lassen. Auch Partnerschaften mit Kommunen, Hochschulen, Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Brandenburg kommen als Ansatz infrage. Der Aufruf ist auf Forschungs- und Innovationsprojekte ausgerichtet und ersetzt keine klassische Städtebauförderung.
Sicherheit Neue Rettungswache in Oranienburg eingeweiht
Der Landkreis Oberhavel hat am 31. Oktober 2026 die neue beziehungsweise modernisierte Rettungswache an der André-Pican-Straße in Oranienburg eingeweiht. Die offizielle Veranstaltung wurde auf der Internetseite des Landkreises dokumentiert. Als Leiter der Oranienburger Rettungswache wird André Bulan genannt.
Oranienburg gehört zu den zehn Rettungswachenstandorten im Rettungsdienstbereich Oberhavel. Für den gesamten Bereich werden 18 Rettungstransportwagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge und drei Krankentransportwagen im Tagesdienst ausgewiesen. Die Einweihung besitzt damit Bedeutung für die regionale Notfallversorgung und den Bevölkerungsschutz im südlichen Oberhavel, zu dem auch das Umfeld von Velten gehört.
Verkehr & Infrastruktur Radfernweg Berlin–Kopenhagen wird abschnittsweise saniert
Am 8. Oktober 2026 hat der Landkreis Oberhavel den Beginn einer umfassenden Modernisierung des Radfernwegs Berlin–Kopenhagen bekanntgegeben. Auf mehreren Abschnitten sollen rund 400 Schadstellen beseitigt werden. Zusätzlich ist auf etwa 20 Kilometern der Einbau von Wurzelschutzfolien vorgesehen, um erneute Schäden durch Baumwurzeln zu vermeiden.
Die Arbeiten betreffen unter anderem Strecken bei Oberkrämer, Oranienburg, Hennigsdorf, Gransee und Zehdenick. Der Landkreis beziffert das Investitionsvolumen auf rund 900.000 Euro. 80 Prozent der Kosten werden über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ von Bund und Land finanziert; die beteiligten Kommunen übernehmen die verbleibenden 20 Prozent.
Während der Bauarbeiten kann es örtlich zu Umleitungen kommen. Die Sanierung verbessert eine überregionale Verbindung, die sowohl für den Fahrradtourismus als auch für den Alltagsverkehr im Landkreis Bedeutung hat. Für Velten ist vor allem der Zusammenhang mit den Strecken im Raum Hennigsdorf, Oberkrämer und Oranienburg relevant.