Stromausfall legt Teile Veltens lahm
In Velten waren insbesondere Velten-Süd, Parkstadt und Kuschelhain vom Stromausfall betroffen. Nach Angaben der Stadt waren zunächst rund 2.200 Haushalte ohne Elektrizität. Als Ursache gelten nach aktuellem Stand zwei Kabelfehler beziehungsweise Erdschlüsse.
Vorübergehend waren auch Abwasserpumpstationen beeinträchtigt. Die Stadt bat deshalb um einen sparsamen Wasserverbrauch und darum, zunächst auf Duschen sowie den Betrieb von Waschmaschinen zu verzichten.
In der Ofen-Stadt-Halle wurde eine Anlaufstelle eingerichtet. Dort konnten Einwohnerinnen und Einwohner unter anderem ihre Mobiltelefone laden und mitgebrachte Speisen erwärmen. Ein Seniorenheim und mehrere Supermärkte erhielten Unterstützung durch Notstromaggregate.
Nach dem amtlichen Zwischenstand vom 28. August war die Stromversorgung gegen 14:45 Uhr bis auf einen Bereich an der Marwitzer Trift wiederhergestellt. Ein späterer Medienbericht meldete anschließend die Wiederinbetriebnahme aller 22 betroffenen Trafostationen. Das Warmwasser sollte danach schrittweise wieder vollständig verfügbar sein.
Der Vorfall macht zugleich deutlich, wie eng Stromversorgung, Abwasserentsorgung und die Versorgung besonders schutzbedürftiger Menschen miteinander verbunden sind. Eine sachliche Auswertung der Abläufe könnte klären, ob bei Notstrom, Bürgerinformation und der Zusammenarbeit mit Landkreis und Netzbetreiber Verbesserungen erforderlich sind.
Mögliche Bombenentschärfung in Lehnitz
In der Bachstelzenwiese im Oranienburger Ortsteil Lehnitz wird ein möglicher Blindgänger vorbereitet. Die Bombe liegt nach Angaben der Stadt etwa sechseinhalb Meter tief. Für die Arbeiten werden rund 700.000 Liter Grundwasser pro Stunde abgepumpt.
Am 1. September soll der Fund vollständig freigelegt werden. Erst danach kann festgestellt werden, ob ein intakter Zünder vorhanden ist und eine Entschärfung am 2. September notwendig wird.
Für diesen Fall ist ab 8 Uhr ein Sperrkreis mit einem Radius von rund 1.000 Metern vorgesehen. Nach den Angaben der Stadt wären knapp 4.700 Menschen betroffen. Zum Bereich gehören unter anderem Schulen, eine Kita und ein Hort, eine Senioreneinrichtung, eine Gemeinschaftsunterkunft sowie der S-Bahnhof Lehnitz und Bahnstrecken bis Borgsdorf.
Die Stadt plant für den Fall einer Evakuierung eine Anlaufstelle im Bürgerzentrum und einen Bus-Shuttle aus Lehnitz. Außerdem sind Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr, ein Busnotverkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder sowie eine Unterbrechung des Regionalbahnverkehrs nach 10 Uhr bis zum Ende der Maßnahme vorgesehen. Ein Bürgertelefon soll vom 31. August bis zum 2. September täglich zwischen 7 und 16 Uhr erreichbar sein.
Straßen in Oranienburg wieder freigegeben
Die Sachsenhausener Straße und die Chausseestraße in Oranienburg sind seit dem 24. August wieder weitgehend befahrbar. Auf einer Strecke von etwa 1.300 Metern wurden die Fahrbahnen erneuert. Zusätzlich entstanden barrierefreie Bushaltestellen und neue Querungshilfen.
Mit der Freigabe kehrten die Buslinien auf ihre regulären Linienwege zurück. Nach Angaben der Stadt laufen an den Straßen weiterhin Restarbeiten.